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Kyllburg und seine kirchlichen Bauwerke des Mittelalters

herausgegeben von Dr. Franz Bock

Gnadenbild Unserer Lieben Frau zu Kyllburg

Taf. I. Fig. 1

Gnadenbild Unserer Lieben Frau zu Kyllburg.

Stadtsiegel

Fig. 2

Einleitung

Die in landschaftlicher und geologischer Beziehung so hochinteressante Eifel, deren Vorzüge erst in jüngster Zeit so recht zur Geltung gekommen sind, war die Wiege zahlreicher Dynasten- und Adelsgeschlechter. Dieselbe war aber im Mittelalter auch jenes bevorzugte Land, in welchem eine so grosse Zahl von Abteien, Stiftern und Klostern Entstellung fand, wie solche im deutschen Reiche nur allein der Kurstaat Trier aufzuweisen hatte. Zum beweise des Gesagten sei hier nur kurz auf jene stolzen Dynastensitze und Schlossburgen hingewiesen, die meist heute nur noch als malerische Ruinen die Berge der schönen Eitel krönen. Auch alle jene Abteien und Stifter, wie sie in langer Reihe die „Eiflia sacra“ verzeichnet, seit dem frühen Mittelalter bevorzugte Pflegestätten der Wissenschaft, Kunst und christlichen Sitte, sind gleich den meisten Edelsitzen im Drange der Zeiten und der politischen Stürme zu Grunde gegangen. Wenn auch eine grosse Zahl dieser baulich merkwürdigen Abteien und Stifter, die der alten Trierer Erzdiözese zur hervorragenden Zierde gereichten, in den Tagen des herrschgewaltigen vierzehnten Ludwig und der spätem Sanskulotten theils verwüstet, theils dem Erdboden gleichgemacht worden sind, so haben sich dennoch bis auf diese Stunde einzelne dieser bauprächtigen Kirchen und Stiftsgebäulichkeiten erhalten, die beredtes Zeugniss ablegen, welch’ hohe architektonische Entwickelung und ornamentale Gestaltung die Kunst des „finstern Mittelalters“ in jenen Tagen erreicht hatte, als in christlicher Vorzeit das Trierer Land sich mit einem Kranz der prächtigsten kirchlichen Kaliwerke schmückte. Zu diesen Monumenten des Mittelalters, die sich bis heute noch theilweise in ihrer ehemaligen Grosse und Schöne vor dein „Zahn der Zeit“, mehr aber noch vor der Zerstörungssucht fremder Kriegsvölker ziemlich intakt erhalten haben, gehört die altehrwürdige Stiftskirche Unserer Lieben Frau zu Kyllburg. Nur Weniges sei in Folgendem über die Gründung und Erbauung des Kanoniker-Stiftes an der Kyll vorausgesandt.

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